Yezidische Gemeinde Delmenhorst

Yezidische Gemeinde Delmenhorst

Noch-Gaststatus im Integrationsbeirat der Stadt Delmenhorst

Vorsitzender: Herr Ak und Frau Ak (2. Vors.)


Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland

Der Zentralrat

Am 29.09.2007 wurde in Oldenburg der Zentralrat der Yeziden in Deutschland gegründet. Er geht hervor aus Mitgliedern der Allianz der Yeziden in Deutschland sowie weiteren yezidischen Organisationen. Der Schwerpunkt des Zentralrats der Yeziden in Deutschland liegt in der Förderung und Pflege religiöser und kultureller Aufgaben der yezidischen Gemeinden wie auch der Vertretung der gemeinsamen politischen Interessen der yezidischen Gemeinschaft. Der Zentralrat versteht sich als Diskussions- und Handlungsebene seiner Mitglieder und nimmt die Aufgabe eines Dialog- und Ansprechpartners für den deutschen Staat, die Verwaltung und die anderen Gruppen der Gesellschaft wahr.
Die besondere Solidarität der Yeziden in Deutschland gilt den Yeziden in der Ursprungsheimat Irak, Syrien, Türkei sowie Armenien, Georgien und Russland, wo die Yeziden vielfachen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Der Zentralrat ist den ethischen Ausagen des Yezidentums und seiner Lehre verpflichtet. Zur Erfüllung seiner Aufgaben bemüht er sich nach besten Kräften, sich an die Regeln seiner Religion und Glaubensüberzeugung zu halten. Der Zentralrat und die ihm angeschlossenen Vereinigungen sehen das deutsche Grundgestz als die Basis ihrer Arbeit und die Demokratie als Chance für eine bessere gemeinsame Zukunft.

Jede yezidische Organisation kann auf der Basis gegenseitigen Vertrauens und Achtung und mit beiderseitigem Willen zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit sowie der Anerkennung der Satzung Mitglied im Zentralrat werden.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören folgende Vereine an:
E-ZI-DI - yezidischer Verein in Ostfriesland e. V. (Leer), Yezidisches Forum e. V. (Oldenburg), Verein der Eziden am unteren Niederrhein e. V. (Kalkar) und Lalish-Zentrum in Bielefeld e. V.

Yezidisches Forum e.V.
1. Vorsitzender
Herr Sahap Dag
Eidechsenstraße 19
26133 Oldenburg
Fon: +49 (0) 441 – 48 50 555
Fax: +49 (0) 441 – 48 50 557
E-Mail: info@yeziden.de
 

Yezidisches Forum e.V.

Die Yeziden, Angehörige einer alten Religion

Die Yeziden sind Angehörige einer alten monotheistisch-religiösen Minderheit der Kurden. Ihre Wurzeln reichen bis zu 2.000 Jahre vor Christus, in die Zeit des Mithraismus. Ehemals Ursprungsreligion der Kurden, wurde die Zahl der Yeziden durch die Zwangs­islamisierung auf heute ca. 800.000 Mitglieder dezimiert. Die Siedlungsgebiete der Yeziden entsprechen denen der Kurden. Das religiöse Zentrum der Yeziden "Lalish" befindet sich im Nordirak, nahe der Stadt Mossul. In Deutschland, wo die Yeziden aufgrund ihrer religiösen Verfolgung durch die islamische Bevölkerung in ihrer Heimat als asylberechtigt anerkannt werden, leben zur Zeit ca. 80.000 Yeziden. In Oldenburg und Umgebung leben ca. 4.000 Yeziden. Das Yezidentum ist eine Religion, es ist aber nicht allein als religiöse Gemeinschaft de­fi­nierbar - es ist auch eine Kultur, ein Volk, ei­ne Lebensart, eine Mentalität und eine Schick­sals­gemeinschaft.

 

Selbstverständnis und Ziele des Vereins

Der Verein wurde am 31.10.1993 gegründet
Das Ziel des Vereins ist die Aufrechterhaltung und Weitervermittlung der religiösen und kulturellen Inhalte sowie Werte und Bräuche und der yezidischen Gesellschaftsform in der Diaspora. Der Charakter der yezidischen Lebensform in weltanschaulicher wie auch in traditioneller Hinsicht soll unter Berücksichtigung der Bedingungen der aufgeklärten modernen Gesellschaft in Westeuropa aufrechterhalten bleiben. Den Yeziden soll eine Möglichkeit zur Fortführung und Vertiefung ihrer Kultur in Freiheit gegeben werden.

Lebendiger Austausch - interkulturelle Begegnungen
Viele sprechen über Integration und meinen Assimilation. Viele sprechen über eine multikulturelle Gesellschaft und meinen ihren für sich selbst definierten Kulturbegriff und fragen die Betroffenen nicht, was sie davon halten. Wir meinen: Multikulturelle Gesellschaft bedeutet das Miteinanderleben unterschiedlicher Kulturen. So spricht sich das Forum für eine multikulturelle Gesellschaft aus und will nicht ohne Grund als satzungsmäßige Aufgabe interkulturelle Begegnungen fördern - insbesondere zwischen den Yeziden und den Deutschen. Denn nur eine Kultur, die gelebt wird, kann sich austauschen. Dieser Austausch ist wichtig für die Harmonisierung und Belebung der Gesellschaft, wichtig aber auch deshalb, weil der Kulturaustausch hilft, Vorurteile abzubauen und damit eine Ursache der Ausländerfeindlichkeit zu bekämpfen. Diesbezüglich veranstaltet der Verein interkulturelle Begegnungen, nimmt durch zahlreiche Beiträge am Kulturleben der Stadt Oldenburg teil und engagiert sich in Zusammenarbeit mit anderen sozialen und städtischen Organisationen für ein gleichberechtigtes und von gegenseitiger Toleranz geprägtes Zusammenleben von Ausländern und Deutschen.

 
Sozialarbeit
Die Yeziden sehen sich in Deutschland einer anderen Gesellschaft mit anderen Werten, Normen und Verhaltensweisen gegenüber. Sie sind einer ständigen kulturbedingten Konfliktsituation ausgesetzt und sind daher tendenziell anfälliger für psychosomatische Störungen. Aufgrund dieser psycho-sozialen Schwierigkeiten ist eine minderheitenspezifische Betreuung erforderlich. Das Forum verfügt hierbei über den notwendigen kulturellen Hintergrund.

Jugendarbeit

Große Priorität wird in die Betreuung der yezidischen Jugendlichen gesetzt. Viele yezidische Jugendliche fühlen sich mit ihren Problemen allein. Sie befinden sich in einem Spannungsfeld zweier Kulturen und haben Identitätsprobleme. Dies sind Probleme, die bei einheimischen Jugendlichen nicht vorkommen. Mit dieser Arbeit leistet das Kulturforum einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit in Oldenburg. So sollen die Integration der Jugendlichen gefördert und wichtige soziale Werte wie Menschlichkeit und Toleranz vermittelt werden. Das Kulturforum ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und ist Mitglied im Stadtjugendring.

 
Frauenarbeit
In den Vorstand des Forum wurde für die besondere Wahrung der Interessen der Frauen eine Frauenbeauftragte einberufen. Die spezielle Problematik von Migrantinnen, wie z.B. die mangelnde Integration, soll durch minderheitenspezifische Betreuung aufgehoben werden.

 
Flüchtlingssozialarbeit
Die Flüchtlinge verlieren ihr soziales Umfeld, daß sie in ihrer Heimat hatten, und der Aufbau neuer sozialer Kontakte in Deutschland verläuft sehr schwierig. Das Forum betreut die Flüchtlinge und bietet Unterstützungshilfen bei Orientierungsproblemen im Umgang mit Behörden und anderen Institutionen. 
 

 

Altenarbeit

Das deutsche Sprichwort „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ hat auch bei den älteren Yeziden seine Gültigkeit. Der Wechsel aus einer traditionellen Gesellschaft in einer industrialisierten Umgebung erzeugt besonders bei dieser Gruppe große Konflikte, sowohl psychische als auch physische. Da diese Gruppe weitestgehend vom Arbeitsprozeß abgeschnitten ist, vollzieht sich die Integration nur sehr schwierig. War es im Heimatdorf einfach, Kontakte zu Gleichgesinnten herzustellen, stellt dieses in Deutschland aufgrund der größeren Entfernungen für die älteren Yeziden ein Problem dar. Damit diese Gruppe nicht vereinsamt ist es wichtig, Treffpunkte zu organisieren.

 
Kulturelle und religiöse Arbeit
Die kulturelle und religiöse Vereinsarbeit erstreckt sich u.a. auf die Bildung von Musik- und Folkloregruppen, das Abhalten von Gottesdiensten und die Veranstaltung von Feiertagen. Diese Arbeit trägt nach Jahren der Unterdrückung in der Heimat viel zum Selbstwertgefühl bei und erleichtert damit die Integration der Yeziden.

Quelle: http://www.yeziden.de/392.0.html